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775.000 Euro Steuergelder für Rückhaltebecken

Tobias
Weinhorst

Es ist die Pflicht der Politik mit den (mehr oder weniger freiwillig abgegebenen) Steuergeldern verantwortungsbewusst umzugehen und diese im Interesse des Allgemeinwohls zu verplanen. Sicherlich liegt es im Allgemeinwohl, die Häuser und Immobilien der Wertheraner vor Überschwemmungen, wie wir es im Jahr 2007 durch den Orkan „Kyrill“ erleben mussten, zu schützen.

Nun wurden 775.000 Euro Steuergelder für die Errichtung eines Rückhaltebeckens als Hochwasserschutz bereitgestellt. Die UWG ist gegen diese Art die Steuergelder auszugeben, konnte aber keine Mehrheit erzielen und so den Antrag leider nicht abwehren. Wir sind nicht gegen den Hochwasserschutz allgemein, sondern nur gegen die Art und die damit verbundenen hohen Kosten.

Hintergrund
Früher konnte Bäche und Flüsse noch bei starken Niederschlägen über die Ufer treten und sich auf Wiesen und Brachland ausbreiten. Die zunehmende Kanalisierung und Eingrenzung der Gewässer hat dazu geführt, dass 2007 auch in Werther die Kanäle die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten und die Innenstadt unter Wasser gesetzt wurde. Vielerorts geht man dahin über, die natürliche Art des Hochwasserschutzes durch Überflutungsmöglichkeiten auf Wiesen wieder herzustellen. Bei den jetzt verabschiedeten Bauvorhaben wurde diese Möglichkeit aus Sicht der UWG nicht ausreichend betrachtet. Wir hätten uns hier eine tiefere Diskussion und mehr Alternativen gewünscht.

Kommentare

  1. Uwe Gehring sagt:

    Häger, den 28.01.14
    Hochwasserschutz am Schwarzbach

    Der Vorgang der Planung und des Bauauftrags für das Hochwasserschutzbecken am Schwatzbach beim Hof Venghaus ist ein krasses Beispiel dafür, wie Kommunalpolitiker sich durch eine Expertise einschüchtern lassen, sich durch Förderungen zu völlig unnötigen Ausgaben hinreißen lassen und keinen Mut haben, ihre Entscheidung zu revidieren, wenn der vernünftige Menschenverstand sich zurück meldet.

    Vollgelaufene Keller nach dem Unwetter „Kyrill“ mit anschließenden jahrelangen Prozessen haben in der Stadt zu Irritationen geführt. Das Hochwasser im Schwarzbach, fehlerhafte Gitter vor der Verrohrung an der Bielefelder und völlig unterdimensionierte Kanäle geraten in den Köpfen völlig durcheinander. Ursachen und Wirkungen werden vertauscht und am Ende erklärt ein Gutachter, dass mit einem Rückhaltebecken in der Wiese bei Venghaus alternativlos eine Lösung aller Probleme gefunden werden kann.

    Nur kurz zur Klärung: Als Kyrill Äste und Unrat den Schwarzbach hinunter spülen ließ, hatten wir am Durchlass an der Bielefelder Straße ein fast senkrecht stehendes Gitter, das sich durch die Gegenstände zusetzte. Das Wasser floss durch die Fußgängerunterführung in die Keller der Häuser in der „Altstadt“. Weil das nachweislich durch das fehlerhafte Gitter verursacht worden ist, haben für rd. 25000,- € ein neues, ganz anders konstruiertes Gitter anbringen lassen. Wenn das nicht hilfreich und nachweislich erforderlich gewesen wäre, hätte es sicher keine einvernehmliche Zustimmung aus Verwaltung und Rat gegeben. Damit wird der gleiche Fall wie beim Sturm Kyrill nicht wieder eintreten.

    Ein Problem, das vom oben geschilderten zu trennen ist, ist die Kanalisation in der Innenstadt. Bei Starkregen kommt das Regenwasser ebenfalls an allen versiegelten Flächen in die mit Mischwasserkanalisation. An den tiefer gelegen Stellen entsteht dann ein so hoher Druck, dass manchenorts die Kanaldeckel angehoben werden und das Schmutzwasser durch die Hausanschlüsse in die Häuser schlägt (wenn die Rückschlagmaßnahmen nicht vorhanden oder kaputt sind).

    Gegen diesen Schadenfall ist durch Maßnahmen am Schwarzbach aber auch überhaupt nichts zu machen, weil beides überhaupt nicht zusammen hängt. Merke: Selbst wenn kein Tropfen Wasser den Schwarzbach herunter fließen würde, kann bei starkem Regen das Wasser aus dem Kanal in die Keller gelangen!

    Der Gutachter erhielt allerdings lediglich den Auftrag, sein Gutachten auf das südliche Wasser-Einzugsgebiet zu beziehen. Aus der anderen Richtung, sagen wir vom Berghagen herunter, darf in etwa die gleiche Menge Wasser erwatet werden. Das wurde aber nicht ermittelt.

    Nun muss der Gutachter das 100jährliche Regenereignis als Berechnungsgrundlage für die Größe der notwendigen Becken nehmen. Durch die Hanglage werden zwei Dämme notwendig. Beide befahrbar, der untere 5 Meter hoch, der andere 3 Meter. Sollte es wirklich das Regenereignis geben, das Grundlage der Berechnung ist, dann würden die Becken so volllaufen, dass eine wesentlich größere Gefahr für die Innenstadt entsteht, als durch den Hochwasser führenden Bach. Die aufgestaute Wassermenge ist so gefährlich für die Innenstadt, dass die Dämme nach dem 5000jährlichen Regenereignis berechnet werden müssen. 5000jährlich!!!

    Daraus ergibt sich dieses Bauwerk, das höchstwahrscheinlich so lange wir leben, trocken dasteht, ohne Nutzen, für den lächerlichen Preis von 775 000,- €. Außerdem ein riesiger, unvertretbarer Eingriff ins Landschaftsschutzgebiet.

    Wenn es erst gebaut worden sein wird, wird niemand jemals beweisen können, dass es notwendig war es zu bauen, ebenso wenig wie, dass es unnötig war, es zu bauen. Und der einzige nachvollziehbare Grund es zu bauen ist wirklich, dass wir 80% Zuschüsse vom Land erhalten. Aber in Wirklichkeit ist es doch so:

    Mit dem Beschluss werden 775 000,- € öffentliche Gelder heraus gegeben, plus unabsehbare jährliche Folgekosten für Instandhaltung und Wartung!

    Ok, selbst wenn jemand behauptet, dass es wirklich erforderlich sei, das Becken zu errichten, dann ist es natürlich absolut fahrlässig, kein vergleichbares Becken am anderen Vorfluter des Schwarzbaches zu bauen. Nur, dafür gibt es weder die Fläche, noch die Förderung. Also wird nicht einmal daran gedacht, es zu planen oder zu bauen. Was sagt uns das also über das jetzige Vorhaben, dem alle Ratsmitglieder zustimmen wollen, außer denen der UWG ?

    UG

    • Wolfgang Böhm sagt:

      Hallo UWGehring,
      nicht nur in diesem Fall wäre es sinnvoll gewesen, den Text nicht nur hinsichtlich Syntax, Semantik und Zeichensetzung von jemand gegenlesen zu lassen!
      Ferner offenbart selbst für nur halbwegs Eingeweihte die Argumentation eklatante Schwächen – neben dem Umstand, dass sich hier jemand zum Experten stilisiert, der für nichts haften müsste…

      mfg

      • Tobias Weinhorst sagt:

        Hallo Herr Böhm,

        vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Argumente weiter ausführen könnten, damit wir entsprechend argumentieren können.

        Vielen Dank,
        Tobias Weinhorst

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