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Für eine positive Weiterentwicklung in Werther von großer Bedeutung: Schnelle Verwirklichung der attraktiven Wohnbebauung Overbeck

Uwe
Gehring

Eine große Chance für Werther: Schnellstmögliche Verwirklichung einer attraktiven Wohnbebauung auf Overbecks Acker

In den Jahren seit 2010 hat die geplante Bebauung der Ackerfläche hinter dem Hof Overbeck viel Diskussionsstoff geboten. In Ausschüssen und Rat sowie zusätzlichen Klausurtagungen hat es sehr viele Beratungen zu dem Thema gegeben. Ein solches Vorhaben ist nicht wie ein „Schuss aus der Hüfte“ zu sehen, sondern bedarf jahrelanger Vorbereitung. Um eine sachgerechte Beurteilung dafür finden zu können, ob einer Bebauung bei Overbeck zuzustimmen ist, oder ob man sie eher ablehnen sollte, muss man sich schon ein wenig mit den verschiedenen Faktoren, die damit unmittelbar zusammen hängen, beschäftigen. Ich erlaube mir deshalb, die Zusammenhänge aus meiner persönlichen Sicht darzustellen:

Exkurs: Flächennutzungsplanung

In Abständen mehrerer Jahre beschäftigen sich Rat, Verwaltung und Ausschüsse grundlegend mit der Thematik „Flächennutzungsplanung“ für das ganze Stadtgebiet.

Das, was aktuell abgearbeitet wird, ist ein großer Gesamtplan, der mit allen Fraktionen, der Verwaltung und externen Fachleuten sehr gewissenhaft und verantwortungsvoll erarbeitet worden ist. Weil sich alle Beteiligten der großen Bedeutung dieser Planungen bewusst waren, scheute man auch keinen Aufwand. Dazu reichten damals die normalen Sitzungen nicht aus, es wurden zusätzliche Tagungen an Wochenenden veranstaltet.

Grundlegend ist noch zu erwähnen, dass die vom Rat beschlossenen Flächennutzungspläne auch „von oben“ genehmigt werden müssen. Für die Genehmigung müssen Bedingungen eingehalten werden. Eine ganz wesentliche ist, dass einer Stadt nur ein gewisses Kontingent an neuen ausweisbaren Flächen zur Verfügung steht. Man kann also nicht große Flächen einfach so vorsorglich überplanen und dann mal sehen, welche davon realisiert werden können, sondern muss sich schon sehr konkret entscheiden, welche Flächen genau für Gewerbe und Wohnbau zur Verfügung gestellt werden sollen.

Das Ergebnis damals war eine Planung, die eine maßvolle Weiterentwicklung Werthers vorsah. Neue Wohnbau- und Gewerbeflächen wurden nur dort geplant, wo sie eine Abrundung der bestehenden Bebauung darstellten. Es wurden wirklich alle in Frage kommenden Flächen auf den Prüfstand gestellt und alle Faktoren, die für und gegen jede auch nur im äußersten Fall in Betracht kommende Fläche bekannt waren, wurden einbezogen und gewertet. Und das, wie gesagt, nicht nur aus der Sicht der Rats- und Ausschussmitglieder, nicht nur durch unsere eigenen Verwaltungs- und Planungsfachleute, sondern auch durch Spezialisten, die extern für Geld hinzugekauft worden sind.

Das Gewerbegebiet Dammstrasse war bereits geplant und wurde ausgedehnt bis nach „Drei Linden“, um das einmal grob darzustellen. Die Gewerbegebiete Esch und Jöllenbecker Straße waren vorhanden. Die Erweiterung, die am wenigsten für die Umgebung störenden Charakter hatte und gleichzeitig keine Auswucherung in die freie Landschaft darstellte, war das Gebiet Rodderheide. Das neue Gebiet wird eingeschlossen von den beiden anderen gerade genannten Gewerbegebieten. An der Jöllenbecker Straße befanden sich ohnehin schon mehrere Gewerbebetriebe.

Wohnbaugebiete wurden, wie oben schon gesagt, auch geplant als Abrundung bestehender Bebauung. Ich könnte jetzt noch in die Einzelbewertung einzelner Flächen gehen, was aber wohl zu weit führen würde. Im kompletten Einvernehmen aller Beteiligten wurde geplant, dass zunächst im Bereich Nordstr., Käppkenstraße überplant werden sollte, nach Abschluss dann am Blotenberg, nach Abschluss dann im Bereich Südfeld II.

Exkurs: Vermarktung der Wohnbauflächen durch die Stadt selbst

An dieser Stelle noch eine Grundlage unserer Wohnbebauung in Werther: Vor rund 20 Jahren ist ebenfalls auf solchen Klausurtagungen eine neue Realisierungsstrategie entworfen worden. Um der Spekulation mit Grundstücken vorzubeugen und um zu gewährleisten, dass Wohnraum für alle Bevölkerungsteile zur Verfügung steht, – dass es neben Eigenheimen auch Mietwohnungsbau gibt und um sozialen und ökologischen Faktoren bei der Grundstücksvergabe den Vorrang zu geben, bekommt jeweils die Bürgermeisterin den Auftrag, mit den Grundeigentümern über die Bereitschaft, ihre Grundstücke an die Stadt zu verkaufen, zu verhandeln. Ist das so, dann kauft die Stadt das Grundstück, überplant das Gebiet, erschließt den Bereich und verkauft es dann an Interessierte unter den genannten Bedingungen. Die Kosten, die die Stadt zwischen Ankauf und Verkauf hat, werden auf den Preis umgelegt. Großes Lob, auch von außerhalb, erhielt die Stadt schon für diese Vorgehensweise bei den bereits verwirklichten Baugebieten. So soll es auch weiter gehen.

Zurück zur langfristigen Planung. Das Wohnbaugebiet am Nordrand der Stadt wurde realisiert, nach und nach die Grundstücke verkauft. Noch bis 2009, kurz vor der Wahl, gab es keinen Zweifel daran, dass alle Fraktionen den langfristigen Plan weiter verfolgen würden. Ich habe als Fraktionsvorsitzender der UWG gemeinsam mit Vertretern der Fraktion Bündnis90/Die Grünen sowie der CDU-Fraktion an Gesprächen teilgenommen, die der Beschleunigung der Planung und Bebauung dienten. Besonders die beiden anderen Fraktionsvorstände wollten die Realisierung der Bebauung bei Overbeck schnellstens voran treiben.

Die Kehrtwende von BündnisGrünen und CDU nach der Wahl 2009

Dann kam die Wahl 2009. Bei der CDU fand fast ein kompletter Austausch der Ratsmitglieder statt, bei den BündnisGrünen ebenfalls eine starke personelle Veränderung. Offensichtlich ging bei beiden Parteien in Werther das Fraktionsgedächtnis verloren. Während 2009 Frau Weike noch gedrängt wurde, das Verfahren zu beschleunigen, verabschiedeten sich die BündnisGrünen bereits 2010 komplett aus der Weiterverfolgung des Plans, während bei der CDU-Fraktion der Umschwung langsam vor sich ging. Heute, 2014, lehnt die CDU nun auch komplett eine Wohnbebauung bei Overbeck ab, im 180-Grad Widerspruch zur bis 2011 verfolgten Absicht.

Südfeld II ist keine Alternative

Nur, wie ich bereits erklärt habe, sind Stadtentwicklung und Bauleitplanung keine Vorgänge, die man heute beginnt und nächste Woche mit einem neuen Baugebiet zum Abschluss bringt. Einzige alternative Fläche zur Überplanung als Wohnbaufläche wäre ganz theoretisch das Südfeld II. Dort steht aber insgesamt eine so große Fläche zur Verfügung, dass es sehr unvernünftig wäre, diese in kleine Teile zu zerstückeln, einzeln zu überplanen und zu verwirklichen. Das wäre aus städtebaulicher Sicht nicht verantwortbar. Widmet man sich aber der ganzen Fläche, dann ist es unumgänglich, dass eine neue verkehrliche Erschließung gefunden wird. Es ist nicht zumutbar, nicht realisierbar, dass sämtlicher Verkehr des dann neuen Wohnbaugebietes über den Schwarzen Weg und die Schloßstr. geleitet werden. Es müsste eine neue Anbindung zur Bielefelder Str. geplant, gebaut und selbst bezahlt werden. Um diese Voraussetzungen herzustellen, benötigen wir, wenn es denn überhaupt machbar und sinnvoll ist, viele Jahre.

Aber die ganze Diskussion um eine neue Wohnbaufläche im Bereich Südfeld II ist reines „Kaffeesatzlesen“, denn höchstwahrscheinlich würde die Bezirksregierung einer kompletten Überplanung des Bereichs als Wohnbaufläche ohnehin überhaupt nicht zustimmen. Und damit stünde die Stadt dann auch an dieser Stelle mit leeren Händen bzw. ohne Wohnbauflächen dar.

Weicht man irgendwie vom oben beschriebenen Masterplan ab, dann würde das Verfahren neu beginnen müssen mit einer Überplanung des Flächennutzungsplans. Ein solches Verfahren würde zur Realisierung erster Wohnbauflächen ebenso lange dauern, wie oben beschrieben, also etliche Jahre.

Bei mehr als 70 Anfragen für Wohnbauflächen gibt es aktuell nur ein Grundstück in Häger als Angebot der Stadt Werther

Bis zu dem Zeitpunkt hätten wir in Werther, seitens der Stadt keine Wohnbauflächen, seitens privater Anbieter nur noch Baulücken im Angebot, während umliegende Städte mit herrlichen neuen Wohnbaugebieten locken. Aus dieser Sicht ist die jetzige Überplanung und Verwirklichung der Wohnbaufläche bei Overebeck sinnvoll und unumgänglich.

Der Blotenberg soll nicht bebaut werden, lediglich ein Teil der Ackerfläche hinter der Hofstelle Overbeck

Noch eines zur geplanten Bebauung. Es heißt immer „der Blotenberg soll bebaut werden“. Das ist natürlich falsch. Es geht bei der Bebauung um einen Teil der Ackerfläche hinter dem Hof Overbeck. Sowohl vom Weg auf den Blotenberg, als auch vom Wald und von der Waldheimat werden ausreichende Abstände eingeplant werden, so dass eine Bebauung ein paar Meter an der Bielefelder Straße und dann am Teutoburger-Wald-Weg übrig bleibt. Eine für Wohnbebauung von der Erschließung her und Abrundung bereits bebauter Gebiete durchaus geeignete Fläche.

Es gibt in Werther keine andere Fläche, die sich so gut für weitere Wohnbebauung eignet. Nicht nur der grundsätzlichen Maßgabe, dass neue Wohnbauflächen die bestehenden Wohngebiete abrunden sollen, wird hier voll und ganz entsprochen, sondern auch den Forderungen, dass Einkaufsmöglichkeiten, der öffentliche Personennahverkehr, öffentliche Einrichtungen und Freizeitangebote fußläufig erreichbar sein sollen.

Die meisten Pendler werden den Weg nach Bielefeld suchen. Wenn sie hier bei Overbeck wohnen, dann belasten sie nicht die Innenstadt, sondern können direkt auf die Bielefelder Straße einbiegen und erreichen in wenigen Minuten Bielefeld. Im Zuge der Bebauung werden wir fordern, dass neue den Verkehr leitende Maßnahmen an der Bielefelder Straße für einen besseren und sicheren Verkehrsfluss sorgen.

Die Hofstelle Overbeck

Leider haben verschiedene Aktionen der Gegner der Bebauung jetzt schon dazu geführt, dass erhebliche zeitliche Verzögerungen entstanden sind. Die UWG hat sich immer für den Erhalt denkmalwerter Bauwerke eingesetzt, doch von uns wäre niemand darauf gekommen, dass der Hof Overbeck dazu gehören könnte. In der Sache läuft ein Verfahren, das noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Hofstelle ist deshalb aus der weiteren Verwirklichung der Wohnbebauung zunächst heraus genommen worden und behindert nicht die Verwirklichung der Gesamtplanung. Falls es sich bestätigt, dass der Hof denkmalwert und zu erhalten ist, würden wir uns wünschen, dass sich schnell ein Investor findet, der den Hof herrichtet. Falls der Hof kein Denkmal ist, sollte er vom Eigentümer schnellstmöglich beseitigt werden, damit hier an der Bielefelder Straße entlang gewerblich genutzte Gebäude entstehen können, die die dahinter entstehende Wohnbebauung schützen. Gleichzeitig können repräsentative Gewerbegebäude das Stadtbild hier am Ortseingang erheblich verbessern.

Ganz aktuell, im Mai 2014 also, geht das gesamte Verfahren nicht weiter, weil ein Antrag in den Planungsausschuss eingebracht worden ist, der fordert, dass ein Gutachten erstellt werden soll, wie sich das Klima vor Ort durch die Bebauung Overbeck ändern könnte. Das Gutachten ist noch nicht fertig gestellt worden. Meiner persönlichen, laienhaften Meinung nach wird sich eine Klimaveränderung nicht messen lassen. Das Gutachten, das auch noch viel Geld kostet, ist völlig verzichtbar und wird auch nur deswegen erstellt, weil sich Verwaltung und Befürworter der Bebauung später nicht angreifbar machen wollen. Für mich ist klar, dass eigentlich niemand davon überzeugt ist, dass so ein Gutachten irgendetwas anderes bringt, außer noch die Zeitverzögerung bis nach der Kommunalwahl.

Werther muss maßvoll weitere Wohnbauflächen entwickeln und verfügbar machen. Es müssen Menschen in Werther bleiben und nach Werther ziehen können. Wir brauchen die Menschen für eine lebendige Stadt. Die bestehende Infrastruktur kann nur durch die Menschen in Gang gehalten werden. Wer sich dagegen stellt, der fügt unserer Stadt schweren Schaden zu. Werther muss die Nähe zur Großstadt Bielefeld nutzen und darf in der Konkurrenz zu vergleichbaren Orten in der Nachbarschaft, die eigentlich schlechter gestellt sind, nicht weiter ins Hintertreffen geraten. Deshalb ist die schnelle Verwirklichung der Wohnbaufläche Overbeck von großer Bedeutung für unsere positive Stadtentwicklung.

UG

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